Datensicherung
Sie glauben nicht, wie oft ich schon bei Kunden war und ich auf die Frage: “Wie machen Sie Ihre Datensicherung?” nur ein erstaunt fragendes Schweigen ernte, im besten Fall ein zerknirschtes “habe ich länger nicht mehr gemacht”?
Liebe Kunden,
- Jede Festplatte geht eines Tages kaputt, soviel ist sicher.
- Jeder Datenbestand kann einmal gelöscht werden, unabsichtlich oder überlegt
- Es kann auch mal brennen oder Ihr Notebook kann gestohlen werden.
- Ihr Rechner kann von Viren befallen werden.
Wo sind Ihre Daten dann?
Außer wenn sie wissen, daß Sie Ihre Daten in einer Stunde Arbeit alle wieder ersetzen können, müssen Sie eine Datensicherung machen.
Es gibt dabei mindestens zwei Arten von Sicherung, die Sie beide durchführen sollten:
- Die “Spiegelung”: Am besten ein 1:1 Abbild Ihrer kompletten Daten auf einer anderen (!) Platte, einem anderen Rechner oder einem USB-Speicherstick. Die Programme und das Windowsverzeichnis müssen dabei nicht (immer) mitgesichert werden, da 1. sich ein Windowsordner eh nicht zurückschreiben läßt (im Unterschied zum MacOS) und 2. Sie immer besser eine Neuinstallation machen nach einer “Katastrophe”, und das am besten von den Original-CDs. Die sollten Sie freilich gut aufheben und auch wenigstens einmal von allen eine Kopie angelegt haben.
- Die “historische Kopie”: Zum Beispiel: jedes Jahr oder zweimal im Jahr brennen Sie Ihren kompletten Datenbestand auf CD. Dann können Sie dem Finanzamt eventuell auch mal etwas beweisen, was Sie eigentlich vor drei Jahren gelöscht haben, weil Sie dachten, Sie würden es nicht benötigen. Falls Sie es nicht wissen: Fürs Finanzamt müssen Sie alle geschäftsrelevanten Dokumente 10 Jahre lang (!) aufbewahren. Das kann auch mal eine Email sein, die Sie entlastet hätte, wenn Sie sie nicht gelöscht hätten.
Für die “Spiegelung” gibt es eine Reihe nützlicher, kostenloser Programme, allen voran “rsync”...
Für die “historische Kopie” nehmen Sie Ihr Brennprogramm. Teilen Sie Ihre Daten in Ordner auf, die Sie noch auf eine CD bekommen (650 MByte). Wenn Sie auf DVD sichern, müssen Sie wissen, daß Sie ein jüngeres Dateiformat mit technisch fragileren Bedingungen nutzen. Die Langzeitstabiltät der Daten ist vermutlich auf CDs größer. CDs als Speichermedium wird es noch lange geben, für DVDs gibt das allerdings auch. Nicht vertrauen würde ich einem Medienformat, das es erst seit kurzem gibt, denn dann kann es auch schneller wieder vom Markt verschwinden und Sie sitzen eines fernen Tages mit vollgeschriebenen Medien da, die kein Mensch und kein Gerät mehr lesen kann.
Mit einer gebrannten DV oder CD können Sie nebenbei gerichtsverwertbar beweisen, daß Sie die Daten seit dem Brennen nie wieder verändert haben können, das allein ist ein Grund für die historische Sicherung. Sofern Sie die historische Sicherung im Laufe der Zeit regel- ode runregelmäßig wiederholen, haben Ihre Dateien eine höhere Überlebenschance, wenn sich mal ein Medium aus welchem Grund auch immer später nicht mehr lesen läßt. Sie haben dann noch eine Version in petto.
Dateien, die Sie unverändert auf diese Art drei- / viermal gesichert haben können Sie in einen Ordner “Archiv” auf Ihrer Platte schieben, den Sie ab dann nicht mehr sichern. Und – die Daten in “Archiv” dürfen Sie nie mehr vor Ort ändern, sonst entstehen neue ungesicherte Versionen einer Datei.
Weiter mit Virenschutz
Andreas Delleske am 16. Januar 2007, 14:21