Testbericht: Netzwerkfestplatte Longshine LCS-8220

Vorwort: Ich finde sie nach längerem Betrieb nicht mehr so doll. Die recht niedrige Geschwindigkeit beim Kopieren macht sich doch bemerkbar.

Und dann hatte ich aus mir unerklärlichen Gründen Ärger mit Zugriffsrechten, obwohl ich immer nur irgendwelche Dateien von einem Rechner auf die NAS (Netzwerkplatte) geschoben habe, wollte von einem anderen lesen.

Ich hab keine Lust und keine Zeit gehabt, dem wirklich auf den Grund zu gehen, deshalb habe ich mir eine NAS von LevelOne gekauft, die FNS-1000 . Abe rda gehts grad weiter mit Problemen, ich hab nur die Hoffnung daß ich dort selber Hand anlegen kann (Linux, SSH).

Hier nun mein ursprüngicher Bericht:


Longshine bietet eine externe Festplatte an, die (“nur”) über LAN / Netzwerk angeschlossen wird. Man kauft für knapp unter 100 EUR eine nette kleine Kiste und muß dann noch eine Festplatte einbauen, z.B. 200 GB, zusammen ca. 200 EUR plus ein paar Minuten Einbau. Wesentlich günstiger als ein selbst aufgesetzter Server mit Mini-ITX!

longshine.de/longshine/p_storage.php?lang=ger

Kaufen z.B. bei www.reichelt.de

Im Gerät selber steckt ein kleines Linux (!), dessen Quellcode man sogar bekommen kann (dank der GPL) – der Prozessor ist anscheinend ca. 170 MHz schnell, 64 MB RAM. Transfers (über Windows-Freigabe) finden mit 2-3 MByte/s nicht übermäßig schnell statt, aber für die meisten reicht es. Theoretisch wären wohl 8 MByte im 100 Mbit/s Netz möglich, aber mir ist es egal ob ein paar Gigabyte in drei oder in einer Stunde geschaufelt sind.

[Da hat sich meine Ansicht geändert: Vor allem da beim Mac für jede Datei zwei angelegt werden, ist die Performance nicht gut]

Auspacken, Installieren der Platte (auf Master jumpern!) und Einschalten ging fix. Der integrierte Lüfter (40 × 40 mm) ist laut, kann aber wohl ohne Probleme gegen einen leiseren ausgetauscht werden. Die Luftlöcher im Gehäuse sind zu klein (Geräusch). Stromverbrauch ist nur 8 Watt. Je nach Platte wird das Gerät mehr oder weniger heiß, bei mir höchstens handwarm.

Das erste kleine Problem: Obwohl intern ein DHCP-Client werkelt, ist er standardmäßig ausgeschaltet auf die feste IP 192.168.1.1 . Also muß man zum Beispiel als Macbenutzer erst mal eine Win-DOSe herbeischaffen, um das eigentlich unnötige Konfigurationstool zu installieren und zu starten (was bei mir erst recht nicht fiunktioniert hat. Es geht wohl davon aus, daß alle Netzwerke der Welt 192.168.1.0 heißen und dann auch noch die 192.168.1.1 frei ist! Oder es hat bei mir eben nicht funktioniert. Aber wozu dann so ein Tool wenn es nicht unter allen Umständen die Platte findet.

Besser wäre, wenn man mit arp -s nach dem Auspacken eine Adresse zuweisen könnte, wo kein DHCP zur Verfügung steht.

…ich mußte also erst mein Notebook auf 192.168.1.2 umstellen, dann gings (selbst ohne das sonstige LAN auszustöpseln reicht es, wenn die zwei Adressen im selben Subnetz liegen.)

Wenn man also irgendwie mit einem Browser auf die 192.168.1.1 kommt, kann man alles konfigureren. Benutzer admin und Passwort admin – kann man gleich ändern – man kann auch den Benutzer von admin weg zum Beispiel nach “root “ ändern (besser als nur das Passwort zu ändern) bzw. erst mal den DHCP-Client einschalten.

Man kann neben den Netzwerkeinstellungen die Festplatte formatieren lassen (auch wenn sie vorher anders formatiert war), es wird das Dateiformat ext3 gewählt, das im Unterschied zu FAT32 unter anderem Dateien größer als 2 GByte erlaubt, es ist ein “journaling filesystem”, das heißt, nach Abstürzen (Strom weg) dürften sich die Fehler gering halten.

Dennoch: Schaltet man durch Drücken auf die Ausschalter das Gerät aus, dauert es erst ein paar Sekunden in denen das System vermutlich ordentlich herunterfährt. Gut so!

Es lassen sich dann mehrere Benutzer (beliebig?) und davon unabhängig mehrere Freigaben (“Ordner”) einrichten. Jeder Ordner kann einen beliebigen Satz Benutzer “tragen”, also kann auch jeder Benutzer ein ganz speziellen Satz Freigaben sehen bzw. nutzen. Sehr gut.

Intern werkelt ein Samba 3.0 – also auch auf der Höhe der Zeit!

Zusätzlich enthält das Gerät auch noch einen FTP-Server (noch nicht ausprobiert!) und sogar einen kleinen Webserver, natürlich ohne PHP oder MySQL). Man kann DynDNS im Gerät so konfigurieren, daß man mit einer Portweiterleitung im Router den Server als Webserver betreiben kann. Zusammen mit dem integrierten FTP-Server nicht schlecht, da man von ferne auch mal nach ein paar Dateien daheim schauen kann. Grundsätzlich muß man von FTP jedoch abraten, da bei FTP Daten und Passwörter im Klartext übertragen werden. Das FTP-Protokoll ist soweit ich weiß auch grundsätzlich angreifbar.

Aber noch nicht genug: Die Kiste bietet sogar einen BitTorrent-Client, den ich aber noch nicht ausprobiert habe (ich tausche nix), dem man auch Aufträge geben kann, Dateien irgendwo aus dem Netz herunterzuladen.

Sowohl von Windows aus (getestet mit XP Prof.) als auch von Mac OS X (10.3.9) kann man drauf zugreifen. Ich habe schon etliche Gigabyte geschaufelt, allerdings noch keinen Mehrbenutzerbetrieb gefahren.

Fehler: Wenn man viele Dateien auf einmal auf den Server schreibt, kommt schon mal “konnte Ordner nicht erstellen, Objekt nicht gefunden” – das ist vermutlich Samba zuzuschreiben. Ich vermute mal das Gerät kommt mit dem Ordner anlegen nicht ganz hinterher, da will der Client schon den nächsten Unterordner anlegen…

Fazit:

Nun ja, war damals recht ordentlich. Es gbt bessere / aktuellere Geräte für denselben Preis.

Positiv:

Geringer Preis, Stabilität, geringer Stromverbrauch (!), aktuelles Samba, DHCP, DynDNS, FTP, Webserver, Umlaute funktionieren..

Negativ: Nur Kleinigkeiten:

Installation, lauter Lüfter, Samba überträgt vermutlich Plaintextpassworte! Letzteres sollte bald geändert werden.
Ändert man Samba-Parameter während eines Transfers, wird die Samba-Verbindung ohne Hinweis und Vorwarnung abgeschossen. Ist sonst auch so, wär aber schön das zu verbessern. Weiß ichs wer grade werkelt?
Immer mal Ärger mit Zugriffsrechten einzelner Dateien, hauptsächlich “schreibgeschützten”. Wenn man eine CD mit “schreibgeschützten” Dateien auf die NAS kopiert, will man, wenn man die Daten mal wieder von der NAS löscht ganz sicher nicht lesen da0 man dazu keine Berechtigung hat!! Das ist ein klarer Bug!

Wünsche für die Zukunft:

Ich hätte gerne einen SSH-Zugang, zumindest für SFTPSCP. Dann könnte man auch über Unix die Platte mit rsync abgleichen.
Das Webinterface setzt unnötigerweise auf JavaScript und hat eine unnötig häßliches Logo. Benutzericons sind auch unnötig groß, hier: Abspecken.

Die Konfig-Dateien sollten sich am besten auf die Platte legen lassen und direkt editieren.

Soweit ich weiß, gibt es ein Projekt “OpenNAS” – die Firmware wird durch die Linuxgemeinde weiterentwickelt!!

forum.zaphot.org/index.php

Und – das ist vielleicht das wichtigste – es gibt ein Internetforum, in dem einem geholfen werden kann:

forum.longshine.de/modules.php?name=Forums&file=viewforum&f=24

Der Administrator ist sehr nett, hat wohl auch mit der Firmware oder wenigstens mit Longshine irgendwie zu tun, es ist nur kein offizieller Support (trotzdem es einem der Domainname suggeriert)

Bin aber trotzdem nur mäßig begeistert. Es ist wohl so: Alle 1,5 Jahre muß ich eine neue externe Festplatte testen. Die Hersteller nehmen die GPL nur, weil sie ihnen Kosten spart und verlassen sich dann darauf daß die benutzer daraus ein anständiges Produkt machen. Dabei wird man aber keineswegs aktiv unterstützt! EIn Ärgernis.. gilt nicht nur für Longshine.


Fast hätt ichs vergessen: Man kann auch einen externen Zeitserver eintragen (z.B. ptbtime2.ptb.de ) von dem sich das Gerät dann die richtige Zeit holt. Sollte schon sein, ist aber nicht selbstverständlich.

Ein aufmerksamer Leser schreibt:

In der c’t 05/2006 Seite 175 wird der LCS-8220 erwähnt und auf der Seite 180 auch bewertet!

Danke!
Dort schreiben die Autoren sinngemäß, daß das Gerät intern baugleich auch als Allnet 6225 existiert, von Flepo als F6200. Die c’t -Autoren kritisieren auch das Windows-Tool zum Aufspüren der Platte, loben die vielen Featuren wir Bittorrent-Client, IP und MAC-Filter, munieren aber die maximal 5 Verbindungen. Es fehlt eine Gruppenverwaltung (finde ich nicht schlimm), der FTP-Server läßt sich nicht abschalten um die Systemsicherheit zu erhöhen (Good point).

Sie schreiben noch, daß der Prozessor für akzeptable Übertragungsraten zu schwach und der Lüfter zu laut ist.

Die c’t findet LevelOne FNS-1000 dagegen recht gut. Habe ich mir also mittlerweile (2007) besorgt. Siehe Bericht…


Andreas Delleske am 16. Januar 2007, 12:39

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