Buchempfehlung: Lawrence Lessig: Freie Kultur

Das Thema Urheberrecht, Tauschbörsen und die schon juristisch falsche Attribuierung der sogenannten “Raubkopierer” ist komplex – die Techniken, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben, sind es auch, nur die von den großen Verwerterkonzernen für ihre Zwecke willig instrumentalisierte Justiz schlägt zum Teil mit den Ansichten des vorigen, materiellen Jahrhunderts zu – schlicht weil die Gesetzgeber noch nichts von dem ideellen Konflikt dahinter verstanden haben. Oder weil die Verwerterkonzerne die besseren Rechtsanwälte haben und massiv Lobbygelder einsetzen können.

Lawrence Lessig , Rechtsprofessor in der USA und Schöpfer der “Creative Commons”- Bewegung nimmt beide Seiten ernst: Den Künstler, der für seine Arbeit bezahlt werden soll und die Forschung, die Öffentlichkeit, die nach einer angemessenen (!) Zeit kommerzieller Nutzung ein Recht an der “Allmende”, dem “public domain” haben muß, wenn technischer und kultureller Fortschritt und Freiheit Bestand haben soll.

Er fasst die Probleme um das Urheberrecht und seinen Mißbrauch viel besser zusammen als ich das je könnte, und er schlägt konkrete Wege vor, die beide Seiten sich entspannen ließen.

Er handelt auch wie er redet, und so hat er das englische Manuskript als PDF unter einer CC-Lizenz ins Netz gestellt:

www.free-culture.cc/freecontent/

Ich kann das Buch nur jedem wärmsten empfehlen und die 24 EUR für ein gut übersetztes Fachbuch finde ich durchaus angemessen.

Die deutsche Version:

www.opensourcepress.de

Ein origineller Vortrag von ihm – auf englisch, Flash-Plugin im Browser notwendig.

Ein sehr guter englischer Vortrag von Lawrence Lessig (himself), der die das Problem aufzeigt und Lösungen anbietet:

http://www.ted.com/talks/view/id/187


Andreas Delleske am 14. Februar 2007, 13:09

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