Fragen an den Stadtteil Vauban

Eine Schülerin schreibt mir:

ich mache gerade das […] Abitur […]. Nächste Woche habe ich noch eine mündliche Präsentationsprüfung in Erdkunde zu absolvieren. Das Thema lautet “Die Freiburger Stadtteile Vauban und Rieselfeld – eine ökologische Alternative mit Zukunft?”. Ich hätte zu diesem Thema noch einige Fragen, auf die ich im Internet keine Antwort finde, deshalb schreibe ich Ihnen :).

Gerne. Am liebsten beantworte ich Ihre Fragen wenn Sie sich z.B. durchs Internet schon etwas kundig gemacht haben (wovon ich bei Ihnen ausgehe).

Und zwar bin ich auf der Suche nach Statistiken, die die Auswirkungen der ökologischen Ausrichtung des Stadtteils Vauban auf die Umwelt repräsentieren.

Da treffen Sie vielleicht einen wunden Punkt. Soweit ich sehe hat die Stadtverwaltung bisher keine Anstrengungen unternommen, hier eine Bilanzierung machen zu lassen oder zu machen. Das kann auch damit zu tun haben, dass der Stadtteil Vauban noch immer nicht fertig bebaut ist und erst nach Abschluss verlässliche Zahlen vorliegen können. Fragen Sie doch mal ganz konkret z.B. nach Energieverbrauch, Personenkilometer beim Amt für Statistik und der Badenova . Die müssten vieles wissen oder in Erfahrung bringen können.

Protokollieren Sie aber, wenn Sie es nicht erfahren, das ist auch eine Erkenntnis! Ihre Fragen sind natürlich berechtigt!

Was es gibt, steht z.B. hier – das Öko-Institut hat vor ein paar Jahren auch mal einige Zahlen zusammengestellt, fragen Sie nach Uwe Fritsche.

Wenn wir jedoch Zahlen über einen ganzen Stadtteil ermitteln, verwässern wir den Effekt der wichtigen Projekte die wirklich nach vorne gegangen sind wie die Solarsiedlung. Ich sehe was Energie angeht eher die Solarsiedlung und Kleehäuser und (schon etwas älter) unser Haus und andere als wegweisend, machbar und kostengünstig, sicher nicht die Häuser der Bauträger. Eine Statistik über alles zu machen hiesse diesen Effekt fast untergehen zu lassen. Niedrigenergiebauweise ist heute nichts Besonderes mehr und vorgeschriebener Standard seit 2002. Die Schweden bauen aber schon seit über 20 Jahren energiesparender.

Ich möchte auch Folgendes sagen: Ihre Definition des Wortes “Ökologischer Stadtteil” wird bestimmen, welche Aussage Sie erhalten. Ich wäre da sehr vorsichtig. Ich sehe den Stadtteil als Ganzes nicht als ein Modell, aber dennoch hatten die ca. 60 individuellen Projekte durch bessere gegenseitige Information die Chance, einige Schrittchen weiterzugehen udn wir hatten eine bessere Bürgerbeteiligung als normal, mussten sie aber ständig gegenüber der Stadtverwaltung einfordern und politisch durchsetzen, was nicht einmal immer gelang. Man kann und sollte aber immer noch weitergehen als der Stadtteil Vauban. Ich wohne hier, weiss aber nicht was ein Ökostadtteil ist. Ich ärgere mich aber immer über Leute die es zu wissen glauben, willkürliche Definitionen abstecken um dann zum Schluss zu kommen es sei z.B. zu teuer, (was nicht stimmt wenn man genauer hinsieht, aber das braucht Zeit.)


Andreas Delleske am 21. Juni 2010, 10:17


Testbetrieb der von
Stefan Auchter und mir entwickelten, neuen Schliessanlage im Haus 037