Neues sinnvolles Spielzeug: iPod Touch
Das iPod touch von Apple ist eine Version des iPhone – nur ohne Phone. Also sozusagen ein “i”.
Verwirrend?
Hier mein Testbericht:
Es handelt sich im wesentlichen um einen Organizer, “Handheld”, PDA, externes Hirn oder wie man die Dinger nun nennen will, der seit Herbst 2007 auf dem deutschen Markt ist.
Bedienung
In Apple-typischer Benutzerfreundlichkeit kann man damit flüssig, ja fast elegant arbeiten, und das ist das Wichtigste. Die Bedienung erfolgt komplett über den für das kleine Gerät großen Bildschirm – es gibt keine Tastatur, sie wird nur bei Bedarf eingeblendet. Apple hat auch – mal wieder – geniale Neuerungen eingeführt – die sogenannte Gestensteuerung: Zum Beispiel wischt man nach unten über den Bildschirm, und beispielsweise die gerade sichtbare Liste rollt absolut ruckelfrei nach unten oder oben. Als würde man ein reales kugelgelagertes Rad drehen. Muß man sich ansehen (zum Beispiel in Freiburg bei Gravis im Breuninger oder bei Hotlyne Nähe Martinstor). Oder wenigstens hier die Werbung gucken
(Man kann fast mehr mit zwei Fingern erreichen als mit der Maus! Ich warte auf Notebooks ohne Tastatur mit diesem Prinzip!)
…oder man vergrößert ein Bild das man gerade anguckt indem man den Bildschirm mit zwei Fingern gleichzeitig berührt und dann einfach die Finger auseinanderschiebt – das Bild vergrößert oder verkleinert sich gleichermaßen.
Und das ist auch der Grund warum man auf dem Gerät sogar komplexe Internetseiten ansehen kann – für mich das erste Gerät überhaupt das das gut löst!
Online-Anwendungen
Ja, das iPod touch hat einen vollwertigen (!) Internetbrowser integriert, der sogar JavaScript kann und damit die vielen interaktiven und angenehmen Funktionen mitbringt wie besipielsweise Google Maps oder Google Mail. Flash kann er dagegen (noch) nicht.
Die Verbindung zum Internet geschieht ausnahmslos über WLAN – eine WLAN-Verbindung muß man also haben. Spezialisten schaffen es aber mit einem kleinen Progrämmchen manche Nokia-Handys so zu konfigurieren, daß sie mobiles Internet, das die z.B. per UMTS empfangen, per WLAN an das iTouch (anderer Name für das iPod touch) weitergeben. Könnte interessant sein für die Zeitgenossen, die überall online sein müssen. Oder das zumindest meinen.
Es wird sogar eine kleine Applikation, sprich Progrämmchen, mitgeliefert mit der man – für iPod touch optimiert – YouTube-Videos gucken kann, in erstaunlich guter Qualität. Der Bildschirm ist nur 7,5 cm breit, hat aber darauf schon 480 Pixel. Das reicht erstaunlich weit! Die Bedienung der eventuell winzigen klickbaren Links über einen Finger ist dabei sehr präzise! Hier merkt man: Die Programmierer haben so lange Überstunden gemacht bis es einfach klappt (It Just Works ™ ). Danke, Apple!
Dann gibt es eine kleine Applikation mit der man Zugriff auf Google Maps hat – auch für iPod touch und iPhone optimiert! De facto hat man einen kleinen Routenplaner in der Tasche – sofern man WLAN hat.
Weitere Online-Applikationen sind ein Wetterbericht, die Aktienkurse (wens interessiert), ein Progrämmchen zum Einkauf beim Apple iTunes Store.. wer also Geld ausgeben will kann das mit dem Gerät auch.
Das ist noch nicht alles: Es gibt auch ein paar Progrämmchen, die offline funktionieren:
Offline-Anwendungen
Klar daß man auf einem Organizer ein Adressbuch erwartet. Es ist aber ziemlich mächtig, ohne überladen zu sein. Man kann nicht nur mehrere Telefon- und Mobilnummern pro Eintrag vornehmen, sondern auch mehrere Adressen. Und: Klickt man auf eine Adresse und hat gerade WLAN – erscheint der Ort in Google Maps. Genial einfach wie man sichs erträumt sozusagen – das kann nur Apple.
Nur telefonieren kann man mit dem iPod touch nicht :-)
Dann haben wir aber auch eine Email-Applikation: Sobald sie gestartet ist und online, lädt sich die kleine Applikation z.B. die letzten 200 Mails herunter (ohne sie auf dem Server zu löschen) – so daß man sie offline in aller Ruhe lesen kann und sogar beantworten! Dafür reicht sogar die eingebeldete Tastatur, wenn man nicht seitenlang zu schrieben hat.
Es kommt noch besser: Ein PDF im Anhang? Kein Problem, kann das Programm genauso anzeigen wie der Browser. Sogar Word-Dokumente werden angezeigt! Bei langen Anhängen fragt die Mailanwendung erst ob die sagen wir 3 MByte heruntergeladen werden sollen. Speicherplatz? Sogar bei 8 GB kein Problem.
Wenn der hochkante Bildschirm zu klein ist um eine Zeile Text anzuzeigen: Einfach das Gerät um 90 Grad kippen, die Anzeige kippt bei vielen Programmen mit. Auch wieder etwas, das Apple fast allen vormacht.
Der Notizblock ist – sagen wir mal – gut genug. man kann eine ganze Reihe von Dokumenten erzeugen. Nur die Textvorschläge zur Vervollständigung von Worten liegt manchmal komplett daneben. Ich hoffe daß sie sich noch trainiert. Und ich weiß nochnicht wie man die Dokumente zum Beispiel auf dem Mac weiterbearbeiten kannoder von dort hochladen. Mehr dazu siehe weiter unten.
Der Kalender: Klar ist, daß er einfach zu bedienen ist. Klar ist auch, daß der Kalender mit dem Mac (oder Windows-Rechner) einfach zu synchronisieren ist. Das Mac-Kalenderprogramm kann man sogar mit externen Quellen wie Google Calendar synchronisieren. Was leider nicht geht (und das liegt vermutlich an Google) ist, Kalenderereignisse vom Mac zu GoogleCal hin zu exportieren.
Man kann auf dem iPod touch Kalenderereignisse neu anlegen (das geht seit der Firmware 1.1.3 wenn ich nicht irre), die werden auch brav auf den Mac übertragen. Einziger Abstrich: Wenn man verschiedene Kalender auf dem Mac hat, werden sie dennoch mit nur einer Farbe auf dem iPod touch angezeigt.
Man kann auch Photos auf den iPod touch übertragen, aber nur mittels iTunes. Es gibt einen einfachen Taschenrechner, der 100% des Design von Braun nachbaut – Apple hat sich wohl des öfteren bei Dieter Rams inspiriert
Da ist Musik drin
Ach ja, und dann kann es noch endlos Musik abspielen, sogar mit Anzeige der Plattecover und mit Apples eigenem super einfachen Navigationssystem. Also ein super iPod der noch dazu viel mehr kann.
Fazit
Genial. Hoffentlich bleibt es mir lange erhalten. Mit knapp 300 EUR ist es ja nicht gerade billig, aber ich finde noch das Geld wert., im Gegensatz zu vielen anderen teuren Geräten.
Ausblick
Was noch fehlt:
- Eine Todo-Applikation – das sollte unbedingt in die Kalender eingebaut werden, also Ereignisse mit oder ohne Enddatum, an die man erinnert wird, bis man das Ereignis anklickt. Gabs schon bei Palm / Treo recht gut.
- Das Gerät sollte sich entweder als richtiges “Volume” beim Mac melden oder man solte sich per “Mit Server verbinden”… eben verbinden können, um Dateien auszutauschen. Daß man immer gezwungen ist iTunes zu verwenden nervt etwas. Andererseits ist iTunes wirklich komfortabel.
- Noch ein Schritt besser wäre Dateifreigaben per WLAN.
- Bluetooth. Es gibt Gerüchte daß ein Bluetooth-Chip bereits an Bord ist (das iPhone hats!), aber die Software ihn noch nicht nutzt. Wenn es so sein sollte, kann ich mir vostellen warum: Bluetooth kann so enorm viel daß es wirklich gut integriert werden muß um viele zufriedenzustellen, und das dauert. Oder man spielt den Trumpf erst mit einer folgenden Version aus.
- Toll, aber nicht lebensnotwendig wäre ein GPS-Chip für die Navigation. Andererseits kostet GPS wohl viel Strom…
- Ein eingebautes Mikrofon: Es wird erst richtig spannend wenn man mit dem Ding doch telefonieren kann: Über VoIP und – WLAN.
- Längere Akkulaufzeit (OK das verlangt man immer). Von mir aus könnte das Gerät deswegen ruhig 50% dicker und schwerer sein. Das Gerät ist nur 8mm dick! Wenn man recht viel dran rumspielt wie ich zur Zeit reicht der Akku nur etwa einen Tag. Vielleicht reicht er länger wenn man WLAN abschaltet solange mans nicht braucht, sicher reicht er länger sofern man nur Musik hört und der Bilschorm aus ist. Werde ich noch rausfinden.
- Bessere Standortdefinition für Google Maps-Applikation: iPhones können angeblich über die Handytechnik herausfinden, an welchem Ort der Erde sie sich befinden. Im Prinzip sollte das auch mit iPod touch möglich sein, ist es aber nicht. Wenn schon das eigene Gerät nicht lokalisiert werden kann, sollte man einzelnen, bekannten Accesspoints Geolocations (Orte) zuordnen können, an die sich das Gerät später wieder erinnert. Es ist im Moment nervig immer wieder eingeben zu müssen, von wo aus man gerade eine Route berechnen will.
- Der Taschenrechner sollte deutlich aufgebohrt werden, zumindest umschaltbar auf einen wissenschaftlich / technischen Rechner.
- Die Texterkennung (Vorschläge während dem Tippen) ist nicht besonders gut. Vielleicht lernt sie noch. Nervig ist, daß ungefragt Selbstgeschriebenes falsch korrigiert wird, wenn man nicht aufpasst.
- Suchfunktion! Es gehört unbedingt eine Suchfunktion in das Gerät und zwar derart, daß sowohl Mailinhalte, als auch Kalenderevents oder Namen gefunden werden! Besser auch noch Musik, Bilder, alles! Sollte kein großes Problem sein, nervt – je mehr Daten man drauf hat.
- Ein Speicherplatz für Downloads, um sie später auf den Mac zu spielen. Umgekehrt sollte man von dort aus Dateien zum Beispiel mit dem Browser hochladen können.
- Eine kleine Datenbankapplikation mit SQL-Import und Exportmöglichkeiten.
Soweit fürs erste…
Man ist ja glücklich, aber nie zufrieden :-)
Andreas Delleske am 18. April 2008, 11:26