Das Elektroauto fährt mit Windstromüberschuss
Da wo jetzt ein Motor im Auto sitzt, müßten beim Elektroauto in Zukunft ein oder zwei Akkupacks sitzen, somit auch ganz gut gekühlt. Zwei schon deshalb damit man nicht so viel Gewicht mitnehmen muß wenn man weiß man ist kurze Strecken unterwegs. Ein solcher Akku heutiger Technik wäre 60 kg schwer und würde das Auto max. 50 km weit bringen. Ein leichter Automotor mit Filter, Vergaser usw. wiegt auch mindestens 100 kg.
Die Akkus können über eine Art Wägelchen herausgezogen werden. Die Packs müßten natürlich vor Unfall geschützt werden, Lithium und Wasser ist ne nette Bombe. Da aber die Masse somit wie beim Motor vorne sitzt würde man beim Unfall nicht so zusammengedrückt wie wenns hinten wär.
Zusätzlich würde ich je eine Lade-Steckdose vorne und hinten vorsehen, sodaß wenn man losfahren will ohne Stecker zu ziehen: Macht nix: Plöp. Für diese Steckverbindung sollte man sich andererseits nicht bücken müssen… hm. Patentideen behalte ich für mich ;-)
Zwar kann man ein Akkupack auch in der Garage im Auto laden, besser wär vielleicht für viele Leute die Akkus könnten zirkulieren. Eine Art Pfandsystem – Tanken beschränkte sich auf ein paar Minuten, wie sonst auch, könnte sogar automatisiert werden. Vielleicht bekäme man mit bis zu zwei Akkupacks im Auto auch ein schonenderes Laderegime hin – man muß ja vermeiden daß das Auto schon wieder fährt wenn noch nicht ganz geladen ist usw. – schon aus Gründen der Strom-Ökonomie.
je nach Bedarf hat man in der Garage noch ein paar Packs in ihren Wägelchen. In der Regel dürften zwei reichen – längere Strecken bewältigt man durch Austausch und Pfandsystem.
Lithium-Polymerakkus
Es gibt vielversprechende Forschungen mit Lithium-Polymerakkus und Nanotechnik: 4fache Kapazität. Da muß man sich dann über Explosionsschutz Gedanken machen.
Das Wichtigste:
Zeitvariabler Strompreis
Schon im Moment haben wir in Deutschland Zeiten mit negativem Strompreis an der Leipziger Börse, wenn der Wind in Norddeutschland stark weht. Leider haben wir auch noch nicht genügend Strom-Ausgleichsleitungen zwischen Nord und Süd – die Versorger investieren wenig da sie wissen, Netz wird eh bald von der Produktion getrennt.
Es gibt auch praktisch jeden Tag Überlast und Unterlast – das könnte man mit automatisch “ferngesteuert” startenden Ladegeräten prima abfangen. Wenn man den Preis endlich zeitvariabel macht kann der Strom sogar mit gutem Gewissen billiger werden als der Standard-Haushaltsstrom.
Die Idee ist schon älter – vor allem für dezentrale Produktion sollten auch endlich zeitvariable Tarife gelten. Diese intelligenten Zähler die sowas könnten werden eh bald von der EU vorgeschrieben.
Die Batterien werden zwar nicht sehr heiß aber immerhin warm beim Entladen im Auto – das ist gar kein Fehler für die winterliche Heizung. Autos müssen eh besser gedämmt werden.
Wenn man mal nachrechnet wie effizient man Elektroautos bauen könnte wird man feststellen daß der für den privaten Autoverkehr benötigte Strom nur etwa 10% des gesamten Stromverbrauchs ausmacht.
Elektroauto hat geringere Betriebskosten
Und Wind-“Überkapazität” werden wir zum Glück “bald” weltweit haben. Ein Elektroauto würde 14-20 kWh pro 100 km verbrauchen . Um 20 kWh in einer Ladung zu speichern, bräuchten wir mit heutiger Technik (180 Wh/kg) also 111 kg. Weniger als ein herkömmlicher Motor wiegt. Die meisten von uns fahren keine 100 km am Tag, aber nehmen wirs mal an, dann hätten wir 200 Arbeitstage mal 20 kWh = nur 4.000 kWh pro Jahr verbraucht, 800 EUR Stromkosten. Das verbraucht auch ein Nicht- Energiesparhaushalt. Und bei 7 Liter a 1,60 EUR pro 100 km Dieselauto kommen zur Zeit 1.344 EUR Dieselkosten pro Jahr zusammen! Das Elektroauto dürfte zudem deutlich wartungsärmer sein (weniger Verschleißteile)
Eine normale Fahrleistung eine Autofahrers ist 12.000 km, also hätten wir nur 2.400 kWh pro Jahr.
Da man alle 100 km tanken müßte, wären lange Strecken von alleine unattraktiv – und das ist auch gut so.
Für den Betrieb von 20 Millionen Autos in Deutschland bräuchten wir also 48 TWh. Eine Windmühle von 3 MW an der Küste erzeugt 12 GWh pro Jahr. Also würden 4000 Windmühlen für die Autos reichen. Das ist weniger als 10% des heutigen Strombedarfs.
Die ganze Republik brauchte in 2006 ganze 540 TWh. Das bekämen wir nach Adam Riese theoretisch mit 45.000 Windmühlen allein hin. Verteilt auf 357.114 km2 wären das rechnerisch eine Windmühle alle 8 km2 – also grob alle 3 km in jeder Richtung eine. Auf der Gemarkung Freiburg stünden dann 19 – und 6 stehen schon da. Natürlich stünden viele der Windmühlen im Land, wo wir nicht so hohe “Windhöffigkeit” haben, anderserseits läßt sich ohnehin 50% unseres Strombedarfs durch rentable Maßnahmen einsparen!
Bezieht man die Anzahl der Windmühlen auf die Autobahnkilometer in Deutschland (12.000) so hätten wir maximal eine alle 250 m. Wäre das eine größere Verschandelung, eine größere Beeinträchtigung als die Autobahnen?
Frankreich bräuchte gar keinen Atomstrom
85.000 Windmühlen heutiger Produktion (3 MW) an der Küste um Frankreich aufgestellt, könnten 100% des franz. Strombedarfs deken.
Ästhetik? Vergleich mal mit den existierenden 270.000 Strommasten in Frankreich
In Deutschland wirds etwas schwieriger, aber in Norddeutschland überhaupt kein Problem.
Andreas Delleske am 3. Juli 2008, 19:52